Abfluss der Glatt in m³/s · Messstelle Dübendorf
Historische Referenzwerte
Mittlerer Abfluss 4.44 m³/s (1970–2025) · Höchstwert 28.1 m³/s (1999) · Quelle: Hydrologisches Jahrbuch des Kantons Zürich
Messdaten: AWEL, Kanton Zürich
Abfluss und Wasserstand der Glatt, dazu Wissenswertes über den Fluss, der durch Opfikon fliesst.
Mittlerer Abfluss 4.44 m³/s (1970–2025) · Höchstwert 28.1 m³/s (1999) · Quelle: Hydrologisches Jahrbuch des Kantons Zürich
Messdaten: AWEL, Kanton Zürich
Mittlerer Wasserstand 416.32 m ü. M. (2007–2024) · Höchststand 418.61 m ü. M. (2007) · Hochwasser im Mai 1999 mit 77.1 m³/s Abfluss · Quellen: Jahrbuch Wasserstand, Jahrbuch Abfluss 1999
Messdaten: AWEL, Kanton Zürich
Länge: rund 36 bis 38.5 km, je nach Quelle
Ursprung: natürlicher Abfluss des Greifensees
Mündung: bei Glattfelden von links in den Hochrhein
Einzugsgebiet: 417 km², heute dicht besiedelt und stark industrialisiert
Name: Der Name leitet sich historisch vom althochdeutschen glat ab, was ironischerweise «hell, klar, glänzend» bedeutet.
Bis ins 19. Jahrhundert: Die Glatt war ein stark mäandrierender Fluss. Sie überschwemmte die Ebene des Glattals regelmässig und liess weite Teile versumpfen. Ein erster Korrekturversuch ist schon für 1593 belegt.
19. Jahrhundert (Glattkorrektion): Um das Tal vor Hochwasser zu schützen und Kulturland zu gewinnen, begann um 1812 eine erste Korrektion mit einem Kanal durch das Rümlanger Riet, die 1825 abgebrochen wurde. Zwischen 1878 und 1895 folgte die durchgehende Begradigung.
1937–1955: Gestützt auf ein Gesetz von 1936 wurde die Flusssohle um bis zu zwei Meter abgesenkt. Die Glatt wurde damit zu einem biologisch eintönigen Kanal.
Die Glatt galt über Jahrzehnte als Musterbeispiel für ein überlastetes Gewässer. Die Ursache war das rasche Wachstum der Agglomeration Zürich Nord und des Flughafens Zürich.
Viel gereinigtes Abwasser: Im dicht besiedelten Glattal leiteten zahlreiche Kläranlagen (ARA) ihr gereinigtes Wasser in die Glatt. Bei Trockenwetter bestand der Fluss deshalb zu einem grossen Teil aus Abwasser.
Industrie: Textilfärbereien verschmutzten den Fluss früh. Schon 1865 gab es Klagen über die Färberei im Neugut in Wallisellen. 1955 lagen im Einzugsgebiet erst fünf Kläranlagen, und bis in die 1990er-Jahre blieb die Glatt stark belastet.
Flughafen: Seit der Flughafen Zürich 1948 in Betrieb ging, gelangte auch Abwasser vom Flughafengelände in die Glatt, darunter Enteisungsmittel. Heute wird das Enteiserabwasser getrennt behandelt (Flughafen Zürich).
Heutige Belastung: Die organische Verschmutzung ist dank moderner Kläranlagen stark gesunken. Mikroverunreinigungen wie Rückstände von Medikamenten bleiben ein Thema. Bodenproben entlang der Glatt bei Rümlang und Opfikon zeigen zudem Belastungen mit PFAS, langlebigen Industriechemikalien. Deshalb ist ein Teil der Revitalisierung seit 2025 unterbrochen. Woher die PFAS stammen, ist laut Regierungsrat noch nicht abschliessend geklärt (Kantonsrat Zürich).
Abwasser-Stollen (1994–2002): Bei der Sanierung der Abwasserverhältnisse in Zürich Nord entstand ein Stollen vom Glatt- ins Limmattal. Die ARA Glatt wurde 2001 stillgelegt, ihr Abwasser fliesst seither zur ARA Werdhölzli in Zürich. Das entlastet die Glatt deutlich.
Weniger Mikroverunreinigungen: Die ARA Neugut in Dübendorf baute als erste Kläranlage der Schweiz eine Ozonungsstufe, die Mikroverunreinigungen weitgehend abbaut.
Revitalisierung: Mit dem Projekt «Fil Bleu Glatt» werten der Kanton und die Städte Dübendorf, Wallisellen, Zürich und Opfikon die Glatt auf rund 10 km zwischen Dübendorf und Opfikon auf. Die Arbeiten sollen bis 2034 abgeschlossen sein. Biber leben heute wieder an der Glatt und ihren Zuflüssen.
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz, Wikipedia, Masterarbeit zur Glatt (Universität Zürich, 2017), Kanton Zürich.